Veröffentlicht am 25.01.2018
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri USA/Großbritannien 2017
Three Billboards Outside Ebbing, Missouri Kinostart 25.01.2018, USA/Großbritannien 2017
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Three Billboards Outside Ebbing, Missouri - Filmplakat

Schwarze Komödie um die Mutter einer ermordeten Tochter, die sich mit der Polizei anlegt, weil sie zu wenig getan hat.

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Filmkritik zu Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Großartige schwarze Komödie über eine um ihre ermordete Tochter trauernde Mutter, die einen entschlossenen Kleinkrieg gegen die lokale Polizei beginnt.

Mitten ins Herz der Finsternis steigt der gefeierte Theatermacher Martin McDonagh, wenn er sich am Kino versucht. Das galt für seine kultisch verehrten "Brügge sehen... und sterben" und "7 Psychos". Für seinen dritten Film, "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri", gilt es in besonderem Maße. Wieder ist es eine düstere Betrachtung menschlicher Abgründe, wieder geht es um Elementares, um Hass, Rache, Mord und Totschlag, aber mehr noch als zuvor sind diese starken Schlagworte nur Sprungbrett dafür, das innerste, menschlichste und vor allem beste aus den Figuren herauszukitzeln, die zunächst so erscheinen, als sei ihnen nicht mehr zu helfen. "Bei der Vergewaltigung ermordet", "Und immer noch keine Festnahmen?", "Wie kann das sein, Polizeichef Willoughby": Das lässt sich Mildred Hayes in fetten schwarzen Lettern vor rotem Hintergrund auf die drei Werbetafeln am Ortseingang der Kleinstadt Ebbing schreiben, die man von ihrer Veranda aus gut sehen kann. Einen Monat im Voraus hat sie dafür bezahlt. Die Worte sind wohl gewählt. Monate sind vergangen, seitdem Mildreds jugendliche Tochter vergewaltigt wurde. Der Täter wurde nicht geschnappt. Die Ermittlungen gehen schleppend voran. Weil, so vermutet die trauernde Mutter, eine unauffällige Jederfrau, die in einem Souvernirshop arbeitet, die Polizei sich lieber darum kümmert, Schwarze zu drangsalieren und zu vermöbeln. Und sie hat nicht Unrecht: Deputy Jason Dixon ist ein cholerischer, rassistischer Redneck, der die Polizeimarke als Einladung ansieht, seinen persönlichen Ressentiments ungestraft Luft zu verschaffen. Polizeichef Willoughby glaubt daran, dass Gutes in Dixon steckt, allerdings so gut versteckt, dass der selbst nichts davon ahnt. Überhaupt ist Willoughby ein aufrechter Mann, gerecht, bemüht - und obendrein sterbenskrank: Er hat Krebs. Weshalb ihm besonders daran gelegen ist, einen Kleinkrieg mit Mildred Hayes gleich im Keim zu ersticken. Sie ist jedoch nicht bereit, auch nur einen Schritt von ihrer harten Linie abzuweichen. Ihr Mann hat sie für eine Hübschere, Jüngere verlassen. Ihre Tochter war ihr Ein und Alles. Und jetzt sollen andere bezahlen - sie ist ein Eine-Frau-Gottesgericht von eigenen Gnaden. Der Konfrontationskurs ist vorgezeichnet, die Eskalation scheint nicht zu vermeiden. Und doch kommt alles ganz anders, wie man es von diesem zunächst so unerbittlichen Film mit seinem pechschwarzen Humor und seiner ausufernd krassen Gewalt erwartet. Während nämlich das ganze Städtchen sich gezwungen sieht, Farbe zu bekennen und sich für eine Seite zu entscheiden, offenbaren die drei Hauptfiguren überraschende Eigenschaften, die die sich zunehmend überschlagenden Ereignisse konsequent in eine andere Richtung lenken, als man es erwarten würde. "Three Billboards" ist ein perfekt geschriebener Film voller genialer Einfälle. Jede Szene ist für sich schon klasse. Und die Schauspieler nutzen die Gelegenheit, um zu zeigen, was in ihnen steckt. Frances McDormand, Woody Harrelson und Sam Rockwell waren nie besser als in dieser wunderbaren Moritat, die einem emotional nahe geht, wie es ein so brutaler Film eigentlich niemals tun dürfte. ts.

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Filmhandlung & Hintergrund zu Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

"Bei der Vergewaltigung ermordet", "Und immer noch keine Festnahmen?", "Wie kann das sein, Polizeichef Willoughby": Das lässt Mildred Hayes auf die drei Werbetafeln am Ortseingang der Kleinstadt Ebbing schreiben. Monate sind vergangen, seitdem Mildreds jugendliche Tochter vergewaltigt wurde. Der Täter wurde nicht geschnappt, weil, so vermutet die trauernde Mutter, die Polizei lieber Schwarze vermöbelt. Willoughby versucht einen Kleinkrieg mit Mildred zu vermeiden. Doch sie ist ein Eine-Frau-Gottesgericht von eigenen Gnaden.



"Bei der Vergewaltigung ermordet", "Und immer noch keine Festnahmen?", "Wie kann das sein, Polizeichef Willoughby": Das lässt Mildred Hayes auf drei Werbetafeln am Ortseingang der Kleinstadt Ebbing schreiben. Monate sind vergangen, seitdem Mildreds jugendliche Tochter getötet wurde. Der Täter wurde nicht geschnappt, weil, so vermutet die trauernde Mutter, die Polizei lieber Schwarze vermöbelt. Willoughby versucht einen Kleinkrieg mit Mildred zu vermeiden. Doch sie ist ein Eine-Frau-Gottesgericht von eigenen Gnaden.



Die Mutter einer ermordeten Tochter legt sich mit der Polizei an, weil die ihrer Ansicht nach zu wenig getan hat. Großartige schwarze Dramödie, die in jeder Szene aufs Neues wunderbare Überraschungen bereit hält.



Prädikat besonders wertvoll

Auszeichnung der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW)
Prädikat: Besonders wertvollDoppelbödiges Meisterwerk, das mit pointierten Dialogen zwischen pechschwarzem Humor und tiefer menschlicher Tragik genau den richtigen Ton trifft.

15 Monate sind vergangen, ohne dass der Mörder ihrer Tochter ermittelt wurde. Noch immer tappt die Polizei von Ebbing, Missouri im Dunkeln. Und so unternimmt Mildred Hayes (Oscar[r]-Preisträgerin Frances McDormand, "Fargo") eine Aufsehen erregende Aktion. Sie bemalt drei Plakatwände an der Stadteinfahrt mit provozierenden Sprüchen, die an den städtischen Polizeichef, den ehrenwerten William Willoughby (Woody Harrelson, Oscar[r]-Nominierungen für "Larry Flynt" und "The Messenger"), adressiert sind, um ihn zu zwingen, sich um den Fall zu kümmern. Als sich der stellvertretende Officer Dixon (Sam Rockwell), ein Muttersöhnchen mit Hang zur Gewalt, einmischt, verschärft sich der Konflikt zwischen Mildred und den Ordnungshütern des verschlafenen Städtchens nur noch weiter. Der neue Film von Martin McDonagh verbindet aufs Meisterhafte den trockenen und bissigen Humor des irischen Regisseurs mit der radikalen Realität eines bestimmten amerikanischen Milieus, innerhalb derer er sich bewegt. THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI ist eine gelungene Genre-Mischung aus Western, Rachedrama und bitterböser schwarzer Tragikomödie. Dabei sind sämtliche Figuren von unglaublich unterhaltsamer Ambivalenz - keine Figur ist nur stark und rechtschaffen, nur böse und hintertrieben. Polizeichef Willoughby, den Woody Harrelson mit stoischer Miene spielt, ist rechtschaffen und ein Fels in der Brandung. Polizist Dixon, Willoughbys rechte Hand, erscheint auf den ersten Blick als tumber cholerischer Rassist - und durchläuft doch im Verlauf der Handlung eine Wandlung, die beim Zuschauer durchaus Sympathie weckt. Dies gelingt auch dank des großartigen Spiels von Sam Rockwell, dessen Darstellung eine wirklich ambivalente Figur erschafft, die trotz aller Komik tragische Tiefe besitzt. Als Mildred brilliert Frances McDormand. Sie spielt die verzweifelte Mutter eines ermordeten Kindes mit so viel innerer Verzweiflung und Entschlossenheit, dass man diese in jedem Blick und jeder Geste beobachten kann. Neben den fantastischen Darstellerleistungen zieht THREE BILLBOARDS seine große Stärke aber auch aus den pointiert trockenen Dialogen, der stimmungsvollen Musik von Carter Burwell und einer Geschichte, die bis zum Schluss mit neuen Twists überrascht. THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI ist bitterböse und doch liebevoll gezeichnet, brutal direkt und doch feinsinnig inszeniert - ein Meisterwerk, so vielschichtig wie die Welt, in der es spielt.

Jurybegründung:

Mildred Hayes ist wütend. Nach ihrer Auffassung tut die Polizei nichts, um den Täter zu fassen, der vor mehreren Monaten ihre Tochter vergewaltigt und ermordet hat. Die Polizisten foltern lieber Schwarze oder verfolgen Kinder wegen unerlaubten Skateboardfahrens als wirkliche Verbrechen aufzuklären. Und so mietet Mildred Hayes drei Plakattafeln an einer Provinzstraße an, auf denen an das schreckliche Verbrechen erinnert und die Untätigkeit der Polizei angeprangert wird. Die Plakate lösen eine Kette von Ereignissen aus, die Mildred selbst nicht vorhersehen konnte und die sie immer weniger im Griff hat.
Der Film ist wie ein klassischer Western aufgebaut: Eine einsame Frau sucht Gerechtigkeit. Frances McDormand spielt Mildred Hayes stoisch, trotzig, mit einer ungeheuren Wut, die von Anfang an eine gewaltige Energie entwickelt. Sie muss sich gegen die Ablehnung wehren, die ihr entgegenschlägt, weil sie den beliebten (und todkranken) Polizeichef Willoughby (Woody Harrelson) namentlich angeprangert hat. Die scharfzüngigen Wortgefechte und Aktionen, frei von jeder 'political correctness', die sich Mildred Hayes mit ihrer Umgebung liefert, haben Screwball-Comedy Qualität, bringen Leichtigkeit und eine untergründige Komik in den Film. Dafür sorgt auch die Figur des Polizisten Dixon (Sam Rockwell), ein frustrierter, cholerischer Mann voller Ressentiments, dem nachgesagt wird, Schwarze zu foltern und der vor keinem (illegalen) Mittel zurückschreckt, um seinen Chef zu verteidigen. Doch am Ende wird es der tumbe Dixon sein, der die größte Entwicklung durchgemacht hat.
Das Drehbuch, das Regisseur Martin McDonagh geschrieben hat, treibt mit pointierten Dialogen eine Geschichte voran, die immer wieder neue Einsichten und Wendungen parat hat und in der vieles nicht so ist wie es zu Beginn scheint. Der Film moralisiert und verurteilt nicht. Er zeigt Menschen, die mehr oder weniger am Abgrund stehen und allen Widrigkeiten zum Trotz versuchen, ihr Leben zu leben oder vorsätzlich darauf verzichten. Neben der großartigen Frances McDormand sind alle Rollen glänzend besetzt und sehr genau geführt. Kamera, Ausstattung, Musik und alle Gewerke sind auf höchstem Niveau.
Vordergründig kann THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI als Anklage gegen Rassismus, Gewalt und patriarchale Machtstrukturen gesehen werden. Im Kern geht es um Schuld, Rache und Versöhnung. Martin McDonagh konfrontiert mit seiner klugen Inszenierung auch damit, wie rasch vorschnelle Urteile gefällt werden. Die Jury vergibt einstimmig das Prädikat "besonders wertvoll".
Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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Originaltitel Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
OV Ja
OmU Ja
Genre Drama / Komödie
Filmpreis -
USA-Start 10.11.2017
Kinostart (D) 25.01.2018
Besucher (D) 758.956
Einspielergebnis (D) € 6.039.754
Bes. (EDI) 758.956
Bes. (FFA) 721.753
FSK ab 12 Jahre
WWW -
Cast & Crew in Three Billboards Outside Ebbing, Missouri
Regisseur Martin McDonagh Künstlerporträt 477845 McDonagh, Martin / Oscar 2009 / 81th Annual Academy Awards Regisseur © Kurt Krieger
Darsteller Frances McDormand Agenturporträt/Star 791801 McDormand, Frances Mildred © Carlos Alvarez / Getty Images
Darsteller Woody Harrelson Künstlerporträt 474415 Harrelson, Woody / Berlinale 2009 - 59. Internationale Filmfestspiele Berlin Willoughby © Kurt Krieger
Darsteller Sam Rockwell Künstlerporträt 773190 Sam Rockwell / Film Independent Spirit Awards 2013 Dixon © Kurt Krieger
Darsteller Caleb Landry Jones Darsteller
Darsteller Abbie Cornish Künstlerporträt 911687 Cornish, Abbie / Vanity Fair Oscar Party 2015 Darsteller © Kurt Krieger
Darsteller John Hawkes Künstlerporträt 752546 John Hawkes / 16th Annual Hollywood Film Awards Gala 2012 Darsteller © Kurt Krieger
Darsteller Peter Dinklage Darsteller
Darsteller Darrell Britt-Gibson Darsteller
Drehbuch Martin McDonagh Künstlerporträt 477845 McDonagh, Martin / Oscar 2009 / 81th Annual Academy Awards Drehbuch © Kurt Krieger
Weitere Darsteller
Produzent
Ausf. Produzent
Produktionsdesign
Kamera
Schnitt
Musik
Kostüme
Casting
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