Veröffentlicht am 19.10.2017
The Square Schweden/Deutschland/Frankreich/Dänemark 2017
The Square Kinostart 19.10.2017, Schweden/Deutschland/Frankreich/Dänemark 2017
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The Square - Filmplakat
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Filmkritik zu The Square

Mit viel Sinn für Witz erweist sich Ruben Östlund in der Satire "The Square" als brillanter Chronist menschlichen Verhaltens und spinnt konsequent weiter, was ihn vor ein paar Jahren mit "Höhere Gewalt" zur Sensation im Un Certain Regard gemacht hatte. Darin erzählte er von einer normalen schwedischen Familie beim Winterurlaub, deren Zusammenhalt und Selbstverständnis auf eine Zerreißprobe gestellt wird, als eine Lawine vermeintlich auf die Skihütte zurast und der Familienvater die Nerven verliert, in einem Anfall von Panik nur seine Haut rettet und die anderen Familienmitglieder ihrem Schicksal überlässt. Die Lawine in "The Square" ist die titelgebende Installation in einem progressiven Kunstmuseum in Stockholm, ein auf den Boden eingezeichnetes Quadrat, vier mal vier Meter große, das, so besagt eine begleitende Inschrift, einen besonderen Raum einnehmen soll, in dem Menschen Zuflucht finden können und in dem man anderen helfen muss. Natürlich ist der ganze Film sinnbildlich dieses Quadrat, und der Zuschauer ist Teil der Versuchsanordnung, in bisweilen aberwitzigen und aberwitzig gelungenen Szenen zu zeigen, wie dünn doch die zivilisatorische Decke ist.

Im Mittelpunkt steht der Museumsleiter Christian, gespielt von Claes Bang, ein höchst attraktiver Kerl in seinen späten Vierzigern, der in seinen engen Anzügen unheimlich lässig aussieht und auch sonst souverän im Auftreten ist. Der selbstverständliche Umgang mit den Reichen und Schönen, ein Leben in Saus und Braus haben ihn selbstgefällig werden lassen, oberflächlich und ein bisschen hohl. Wie man im Verlauf des Films erfährt, ist er als Ehemann gescheitert und als Vater zweier Töchter ist er auch nicht gerade erfolgreich. Er verbirgt sich hinter wohlfeilen Platitüden, wird aber wachgerüttelt, als ihm mitten auf der Straße von gut organisierten Trickbetrügern Handy und Brieftasche entwendet werden. Mit Hilfe der Suchfunktion auf dem Computer kann Christian feststellen, wo die Diebe offenbar wohnen, ein Hochhaus in einer weniger schicken Gegend der Stadt. In einem Geistesblitz fertigt er mit seinem Assistenten einen Brief an, in dem er den Dieb auffordert, die Sachen wieder zurückzugeben. Sonst werde er die Polizei einschalten. In einer von vielen prägnanten Szenen verteilt er den Brief im Haus. Und löst damit eine Kettenreaktion aus, die er so nicht erwartet hat und ihn auf eine schwere Probe stellt. Gleichzeitig geht eine aggressive Werbekampagne für sein Museum nach hinten los, und ein One-Night-Stand mit einer Journalistin hat ebenfalls ungeahnte Auswirkungen, was zunehmend an Christian einst unerschütterlichen Selbstvertrauen nagt.

Es ist hinreißend zuzusehen, wie Östlund seinen Figuren und damit auch dem Zuschauer mit minimalen Mitteln den Boden unter den Füßen wegzieht, ihnen den Spiegel vorhält. Wenigstens vier Szenen sind sofort Klassiker - ein Streit über die Entsorgung eines gebrauchten Kondoms, eine Podiumsdiskussion mit einem arroganten Künstler, die von einem Mann mit Tourette gestört wird, eine Auseinandersetzung mit einem Jungen, den Christians Brief in Schwierigkeiten gebracht hat, und natürlich die eine Sequenz, über die nach dem Film am meisten gesprochen wurde: Bei einem festlichen Dinner für Sponsoren werden die Anwesenden mit einem Mann mit Armstelzen konfrontiert, gespielt von dem Affenspezialisten Terry Notary (die "Planet der Affen"-Filme), der ihnen als Tier im Mensch Angst machen soll, dabei aber weiter geht, als von seinen Auftraggebern vorgesehen. Es ist eine bemerkenswerte Szene, die im Grunde den kompletten absurd-satirischen Ansatz von "The Square" perfekt auf den Punkt bringt. Schade nur, dass dem Film zum Schluss hin etwas die Luft ausgeht. Vielleicht zieht Ruben Östlund die Stellschrauben ja noch einmal an - der Film ist offenbar nur sehr kurz vor seiner Premiere beim Festival de Cannes fertig geworden. ts.

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Filmhandlung & Hintergrund zu The Square

Christian leitet ein Museum für moderne Kunst in Stockholm. Als ihm Handy und Brieftasche entwendet werden, stellt er mit der Suchfunktion fest, dass sich die Diebe in einer weniger schicken Gegend der Stadt befinden. In einem Brief fordert er sie auf, die Sachen wieder zurückzugeben. Und löst mit dem Verteilen im Wohnhaus eine Kettenreaktion aus. Gleichzeitig geht eine aggressive Werbekampagne für sein Museum nach hinten los, und ein One-Night-Stand mit einer Journalistin hat ebenfalls ungeahnte Auswirkungen.



Der Leiter eines Museums für moderne Kunst in Stockholm wird auf eine harte Lebensprobe gestellt. Pechschwarze Komödie über Zivilisation und Kunstbetrieb, die in Cannes mit der Goldenen Palme prämiert wurde.

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Originaltitel The Square
OV -
OmU Ja
Genre Komödie / Satire
Filmpreis -
USA-Start 27.10.2017
Kinostart (D) 19.10.2017
Besucher (D) 215.953
Einspielergebnis (D) € 1.862.907
Bes. (EDI) 215.953
Bes. (FFA) 218.609
FSK ab 12 Jahre
WWW -
Cast & Crew in The Square
Regisseur Ruben Östlund Künstlerporträt 958231 Östlund, Ruben Regisseur
Darsteller Claes Bang Filmbild 893885 Sibel & Max (1. Staffel, 12 Folgen) / Claes Bang Darsteller © ZDF/Marion von der Mehden
Darsteller Elisabeth Moss Künstlerporträt 677398 Moss, Elisabeth / 63. Emmy Awards, L.A. Darsteller © Kurt Krieger
Darsteller Dominic West Künstlerporträt 80603 West, Dominic Darsteller
Darsteller Terry Notary Darsteller
Darsteller Christopher Læssø Darsteller
Darsteller Sofie Hamilton Darsteller
Darsteller Annica Liljeblad Darsteller
Drehbuch Ruben Östlund Künstlerporträt 958231 Östlund, Ruben Drehbuch
Produzent
Ausf. Produzent
Produktionsdesign
Kamera
Schnitt
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Casting
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