Veröffentlicht am 09.11.2017
Simpel Deutschland 2017
Simpel Kinostart 09.11.2017, Deutschland 2017
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Simpel - Filmplakat

Tragikomödie um ein ungleiches Brüderpaar, das lernen muss, getrennte Wege zu gehen.

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Nicht mehr im Kino Mehr auf video.de Filmstart: 09.11.2017
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Filmkritik zu Simpel

Bewegendes auch amüsantes Drama um ein ungleiches Brüderpaar, das an "Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa" erinnert und auf dem bereits verfilmten Jugendroman von Marie-Aude Murail basiert. Mit Frederick Lau, David Kross als Titelheld und Emilia Schüle ist es mit drei der derzeit aufregendsten, jungen, deutschen Schauspieler besetzt. Markus Goller, erfolgreich mit "Friendship!", schlägt bei dieser Familien- und Selbstfindungsgeschichte deutlich mehr dramatische als komische Töne an, aber weiterhin mit Blick aufs große Publikum.

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Filmhandlung & Hintergrund zu Simpel

Ben schlägt sich mit irgendwelchen Jobs durch und kümmert sich rührend um seinen Bruder Barnabas, der geistig auf dem Stand eines Kindes ist. Doch als ihre kranke Mutter stirbt, soll Barnabas - Simpel genannt - in ein Heim. Beide wollen das nicht. Und so flüchten sie nach Hamburg, um ihren Vater zu suchen, der dort eine neue Familie gegründet hat und als einziger die Heimunterbringung verhindern könnte. Auf ihrem Weg vom Watt in die Großstadt treffen sie auf Aria und Enzo, die sie mitnehmen. Aria gewährt den beiden fürs erste Asyl.



Die Brüder Ben und Barnabas sind unzertrennlich, auch wenn oder gerade weil der 22-jährige Barnabas, genannt Simpel, immer noch auf dem geistigen Niveau eines Dreijährigen ist. Als Barnabas nach dem Tod der Mutter in ein Heim eingewiesen werden soll, greift Ben ein und haut mit seinem Bruder ab. Schnell wissen sie auch wohin: Sie brauchen die Unterschrift des Vaters, um Simpel zu retten. Das Problem ist, dass sie den seit 15 Jahren nicht mehr gesehen haben. Eine regelrechte Odyssee beginnt.



Ein ungleiches Brüderpaar bricht auf, um den Vater ausfindig zu machen, den sie seit 15 Jahren nicht mehr gesehen haben. Emotional manchmal etwas überbordende Roadcomedy, geerdet von Frederick Lau und David Kross.



Prädikat besonders wertvoll

Auszeichnung der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW)
Prädikat: Besonders wertvollBerührendes Road-Movie über einen jungen Mann, der mit seinem geistig zurückgebliebenen Bruder nach Hamburg abhaut, um zu verhindern, dass dieser in ein Heim gesteckt wird.
Barnabas ist anders. Bei seiner Geburt erhielt sein Gehirn zu wenig Sauerstoff - und so ist der inzwischen 22-Jährige auf dem geistigen Stand eines Kindes geblieben. Sein Bruder Ben nennt Barnabas "Simpel" und liebt ihn so sehr, dass er sein eigenes Leben hintenanstellt, um sich mit ganzer Kraft um Simpel und seine schwer kranke Mutter zu kümmern. Doch dann stirbt die Mutter und die Polizei will Simpel in ein Heim bringen. Für Ben eine Vorstellung, die er nicht ertragen kann. Und so hauen die beiden ab nach Hamburg, wo der Vater der beiden lebt. Ben ist entschlossen, für sich und Simpel eine gemeinsame Lösung zu finden. Doch er muss schnell feststellen, dass er Simpel nicht immer kontrollieren kann. Und das Leben erst recht nicht. Der neue Film von Markus Goller ist einer dieser Filme, die mit ihrer Geschichte fesseln und mit ihren Figuren berühren. Mit großer Spannung folgt man Ben und Simpel auf ihrem abenteuerlichen Road Trip nach und durch Hamburg und bekommt das Gefühl, einen Teil des Weges mit diesen zwei wunderbaren Charakteren teilen zu können. David Kross gelingt es eindrucksvoll, Simpels Behinderung glaubhaft darstellen zu können, ohne jemals ins Grimassenhafte abzudriften oder falsches Mitleid zu erwecken. Denn Simpel ist ein großartiger Mensch mit Humor, Stolz und auch Weisheit. Und einmal wieder gelingt es Frederick Lau, in sein Spiel eine solche Intensität, Wärme und Entschlossenheit zu legen, dass man ihm alles glaubt: Die Verzweiflung, die Verbissenheit, die Liebe zu Simpel. Kross und Lau agieren ungemein harmonisch miteinander und so tragen sie die berührende Geschichte, die angefüllt ist mit grundsympathischen Nebenfiguren, u.a. Emilia Schüle und Axel Stein als neue Freunde, einem stimmungsvollen Soundtrack und wunderbar eingefangenen Aufnahmen Hamburgs. Doch wie die exzellente Kamera romantisiert auch das Drehbuch von Dirk Ahner und Markus Goller die Problematik nicht. Der Film spricht Probleme an, die viele Betroffenen nachvollziehen können, und malt die Welt nicht rosarot. Und doch ist man als Zuschauer bis zum Schluss des Films erfüllt von einem wunderbaren Gefühl der Herzenswärme, die SIMPEL durchzieht.

Jurybegründung:

Ben gehört zu den Menschen, die ihr Leben bedingungslos für andere einzusetzen vermögen, auch unter Verzicht auf alle eigenen Lebenswünsche.
Ben lebt zusammen mit seinem geistig behinderten Bruder Barnabas - Simpel genannt - und seiner todkranken Mutter in einem Bauernhaus hinter dem Deich am Meer. Liebevoll pflegt er seine Mutter und ist in unverbrüchlicher Bruderliebe und Fürsorge für Simpel da. Jetzt stirbt seine Mutter und der Vater der Brüder im fernen Hamburg, seit vielen Jahren ohne Kontakt zu Ihnen, bestimmt, dass Simpel nicht in der Fürsorge von Ben bleiben darf und stattdessen in ein Heim gebracht werden soll.
Ben widersetzt sich Polizei und Anstaltsleitung und flüchtet mit Simpel nach Hamburg. Dort beginnt eine mehrtätige Odyssee auf der Suche nach dem Vater und der Lösung ihrer Probleme, die sie nur mit der Hilfe von neuen Freunden erreichen können - der Medizinstudentin Aria und dem Sanitäter Enzo.
Autor und Regisseur Markus Goller gelang mit Bravour die Meisterung eines sicher nicht ganz einfachen Stoffes. Mit sicherer Hand inszenierte er sehr sensibel dieses nicht ganz alltägliche Thema ernsthaft, aber dennoch unterhaltsam. Weder romantisierend, noch zu sehr dramatisierend, noch ab triftend ins Komödiantische.
Dank eines glänzenden Drehbuchs und einem schönen Set-Design führt uns der Film an gut gewählte Schauplätze in Hamburg, bei der vor allem die unterschiedlichen Reaktionen von Simpel auf die für ihn so ungewohnte neue Welt und umgekehrt gut beobachtet eingefangen werden. So wird Simpel mit seiner Behinderung nie "ausgestellt" und der Lächerlichkeit preisgegeben. Dies ist aber auch in erster Linie dem großartigen und glaubhaften Spiel von David Kross zu verdanken, der unter einer sicheren Führung der Regie zu einer sensationellen Leistung kommt. Hervorragend auch das Spiel von Frederick Lau als Ben, dessen Gesicht alle seine Liebe zum Bruder und den gleichzeitigen Verzicht auf ein erfülltes eigenes Leben widerspiegelt. Emilia Schüle als Freundin Aria in der Not steht den Beiden mit ihrem guten Spiel nicht nach und zeigt im Kontrast zu Ben, dass Alleinsein in dieser Welt auch nicht unbedingt zur Erfüllung aller Träume führen kann.
Eine schöne Kamera, eine präzise Montage und ein sehr passender Sound-Design gehören zu den weiteren guten handwerklichen Leistungen in diesem gelungenen Filmwerk.

FBW-Jugend-Filmjury:

(www.jugend-filmjury.com)

In dem emotionalen Inklusionsdrama SIMPEL geht es um Ben, der sich täglich um seinen geistig behinderten Bruder Simpel kümmert. Als deren schwer kranke Mutter stirbt, wird das Leben für die beiden jungen Männer noch schwerer. Denn Simpel soll in ein Heim eingewiesen werden, weil befunden wird, dass Ben ihn nicht mehr alleine pflegen kann. Doch als Ben unerwartet eine Nachricht von ihrem gemeinsamen Vater bekommt, verhindert Ben mit Gewalt, dass Simpel in das Heim eingewiesen wird. Nun müssen beide vor der Polizei fliehen. Sie machen sich auf den Weg nach Hamburg, um dort den Vater zu treffen. Es beginnt eine berührende und realitätsnahe Abenteuerreise. Diese wird für Ben und Simpel trotz unerwarteter Hilfe schwierig. Wir geben dem Inklusionsdrama 4 Sterne, weil es berührend, emotional und ergreifend ist. Wir finden besonders die schauspielerischen Leistungen der Hauptdarsteller herausragend. Die Musik trägt mit passenden Texten und guten Melodien zur Stimmung des Filmes bei. Der ruhige Schnitt unterstützt die emotionale Stimmung. Durch die nahe Kameraführung fühlt man sich sehr in die Geschichte hineinversetzt. Wir empfehlen SIMPEL ab 10 Jahren.

realitätsnah: 4,5 Sterne
emotional: 4,5 Sterne
langsam: 4 Sterne
traurig: 3 Sterne
berührend: 5 Sterne

Gesamtbewertung: 4 Sterne.
Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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Originaltitel Simpel
OV -
OmU -
Genre Drama / Komödie
Filmpreis -
USA-Start -
Kinostart (D) 09.11.2017
Besucher (D) 122.493
Einspielergebnis (D) € 843.866
Bes. (EDI) 122.493
Bes. (FFA) 133.508
FSK ab 6 Jahre
WWW -
Cast & Crew in Simpel
Regisseur Markus Goller Filmbild 666738 ganz heiße Nummer, Eine / Markus Goller / Set Regisseur © Universum (Walt Disney)
Darsteller Frederick Lau Filmbild 799991 Ummah - Unter Freunden / Frederick Lau Darsteller © Senator
Darsteller David Kross Künstlerporträt 769059 David Kross / 63. Berlinale 2013 Darsteller © Kurt Krieger
Darsteller Emilia Schüle Setbild 825247 Emilia Schüle Darsteller © Stefan Klüger
Darsteller Devid Striesow Künstlerporträt 599360 Devid Striesow Darsteller © Kurt Krieger
Darsteller Annette Frier Künstlerporträt 797506 Annette Frier / Deutscher Filmpreis 2013 / Lola Darsteller © Kurt Krieger
Darsteller Axel Stein Premierenbild 820178 Fack ju Göhte / Filmpremiere / Axel Stein Darsteller © Kurt Krieger
Darsteller Anneke Kim Sarnau Filmbild 825631 Polizeiruf 110: Liebeswahn (NDR) / Anneke Kim Sarnau Darsteller © NDR/Christine Schröder
Darsteller Tim Wilde Darsteller
Drehbuch Dirk Ahner Drehbuch
Weitere Darsteller
Produzent
Produktionsleitung
Buchvorlage
Produktionsdesign
Kamera
Schnitt
Musik
Kostüme
Casting
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