Veröffentlicht am 15.02.2018
Shape of Water - Das Flüstern des Wassers The Shape of Water, USA 2017
Shape of Water - Das Flüstern des Wassers The Shape of Water, Kinostart 15.02.2018, USA 2017
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Shape of Water - Das Flüstern des Wassers - Filmplakat

In Bildern und Atmosphäre schwelgendes, düsteres Märchen über eine einfache Putzkraft, die sich in eine Kreatur aus dem Amazonas verliebt.

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Filmkritik zu Shape of Water - Das Flüstern des Wassers

In Bildern und Atmosphäre schwelgendes Düstermärchen über eine einfache Putzkraft, die sich in eine Kreatur aus dem Amazonas verliebt.

Zehn Jahre befand sich Guillermo Del Toro im Irrgarten Hollywoods, schien verloren zu sein in überbudgetierten Großproduktionen, die zwar Raum hatten für das untrügliche Gespür des Mexikaners für feinst ausgearbeitete Designs und visuelle Grandezza, aber nur wenig für die Art von übernatürlichen Geschichten, mit denen er sich einen Namen und 2006 mit "Pans Labyrinth" sein Meisterwerk abgeliefert hatte. "Shape of Water" knüpft jetzt auf wundersame Weise an den Del Toro von einst an. Wieder ist es ein pechschwarzes, zutiefst romantisches und tragisches Märchen, das wundersame fantastische Elemente in einer düsteren Realität verankert. War es in "Pans Labyrinth" der spanische Faschismus Francos, so ist es hier die Kalte-Kriegs-Ära in den USA zu Beginn der Sechzigerjahre mit ihrem hysterischen Antikommunismus, in die der Regisseur seine Heldin wirft, wieder ein unschuldiges, elfenhaftes Wesen, das die Welt ganz feinfühlig mit großen Augen wahrnimmt.

Nur ist Elisa, gespielt von Sally Hawkins in einer durch und durch wundersamen Darstellung, kein kleines Mädchen, sondern eine junge Frau, die nach einer traumatischen Erfahrung in ihrer Kindheit die Sprache verloren hat. Sie lebt in einer kleinen Wohnung über einem Kino, folgt einem strikten Tagesplan, der sogar morgendliche Masturbation in der gefüllten Badewanne vorsieht, und arbeitet als Putzkraft in einem Geheimlabor der amerikanischen Regierung, in dem zum Teil unaussprechliche Experimente durchgeführt werden. Keines ist bestialischer als eine Versuchsreihe, mit der ein sadistischer Agent, gespielt von Michael Shannon als durch und durch verdorbenes Echo auf Sergi Lopez' Bösewicht in "Pans Labyrinth", eine im Wasser lebende Kreatur foltert, die man im Amazonas gefunden hat und nicht von ungefähr der "Creature from the Black Lagoon" aus Jack Arnolds Monster-Movie-Klassiker von 1954 ähnelt (sowie dem Abe Sapien aus Del Toros Hellboy-Filmen, der ebenfalls schon von Doug Jones gespielt worden war). Als Elisa die Kreatur antrifft, die von den Einheimischen in Südamerika als Gott verehrt worden war, ist die gegenseitige Anziehung sofort greifbar, zwei Außenseiter, die Schöne und das Biest, die füreinander geschaffen scheinen.

Wie sich ihre Liebesgeschichte entwickelt und der Fluchtplan von Elisa mit Hilfe ihrer Freunde, einem schwulen Nachbarn und ihrer besten Freundin sowie einem nur vermeintlich undurchschaubaren Wissenschaftler, umgesetzt wird, gibt Del Toro immer wieder die Gelegenheit, in traumhaften Kinobildern zu schwelgen und ungewöhnlichste Wege und Umwege zu gehen, am eindringlichsten vielleicht in der Szene, in der sich Elisa und die Kreatur in einem ihrer Tagträume durch eine große Musicalnummer tanzen. "Shape of Water" macht es seinem Zuschauer leicht, sich in seiner überschwänglich und voller Einfälle erzählten Geschichte zu verlieren - es ist romantisches Kino durch und durch, ein Ausnahmefilm, der allerdings eine entscheidende Schwäche hat: So sehr vertraut Guillermo Del Toro auf seine grenzenlose Sympathie für das Monster und seine Überzeugung, dass das wahre Monster doch immer die Welt ist, in der wir leben, dass er vergisst, seiner Kreatur auch nur ein Minimum an Persönlichkeit und eigenen Eigenschaften zu verleihen. So bleibt es ein Rätsel, warum sich Elisa in diese Chiffre verliebt. Allerdings ein Rätsel, das überwältigender nicht aussehen könnte. ts.

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Filmhandlung & Hintergrund zu Shape of Water - Das Flüstern des Wassers

Elisa hat nach einer traumatischen Erfahrung in ihrer Kindheit die Sprache verloren. Sie lebt in einer kleinen Wohnung über einem Kino und arbeitet als Putzkraft in einem Geheimlabor der amerikanischen Regierung, in dem schreckliche Experimente durchgeführt werden. Keines ist bestialischer als eine Versuchsreihe, mit der ein Agent eine im Wasser lebende Kreatur foltert, die man im Amazonas gefunden hat. Die zwei Außenseiter verlieben sich und Elisa versucht, die Kreatur zu befreien.



Prädikat besonders wertvoll

Auszeichnung der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW)
Prädikat: Besonders wertvollDer meisterhafte Geschichtenerzähler Guillermo del Toro erzählt eine poetische Liebesgeschichte, die um 1963 vor dem Hintergrund des Kalten Krieges in Amerika spielt. Im versteckten Hochsicherheitslabor der Regierung arbeitet die einsame Elisa (Sally Hawkins) gefangen in einem Leben der Stille und Isolation. Elisas Leben ändert sich für immer, als sie und ihre Kollegin Zelda (Octavia Spencer) ein als geheim eingestuftes Experiment entdecken.

Elisas Leben ist streng getaktet. Die Frau, die in einer kleinen Wohnung über einem Kino wohnt und als Putzkraft in einem geheimen Forschungslabor der Regierung arbeitet, verbringt ihre Tage in einem Rhythmus, der von Stille und Monotonie dominiert ist. Denn seit einem traumatischen Erlebnis in ihrer Kindheit ist Elisa stumm. Sie ist schüchtern und vertraut nur wenigen Menschen, wie etwa ihrer Freundin und Kollegin Zelda. Eines Tages wird eine neue geheimnisvolle Kreatur in das Forschungslabor eingeschleust. Die Tests der Wissenschaftler sind grausam und brutal. Elisa empfindet Mitleid und fasst Vertrauen zu der geheimnisvollen Gestalt im Wasser, die sie fasziniert und von der sie sich magisch angezogen fühlt. Der neue Film von Guillermo del Toro entwickelt seinen unbändigen Zauber durch seine großartigen, fast traumartigen Bilder. Die 1950er und 1960er Jahre setzen den historischen Ton, auch in Bezug auf das hermetisch wirkende, streng bewachte Labor und die an den Kalten Krieg erinnernde Atmosphäre. Michael Shannon verkörpert die Härte, Kälte und Entschlossenheit des nach Herrschaft nach Macht und Karriere strebenden Militärangehörigen Wissenschaftlers glaubwürdig. Und Sally Hawkins ist als Elisa ideal besetzt. Fragil wirkt sie, fast schon zerbrechlich- doch je stärker sie sich zu der Kreatur im Wasser hingezogen fühlt, desto mehr Stärke gewinnt sie auch in ihrem Ausdruck. Die Kamera schlängelt sich durch die unterirdischen Gänge des Labors und begleitet die Figuren bei ihrem Tanz durch die Elemente, wobei dem Wasser eine hochsymbolische Bedeutung zukommt. Im Zusammenspiel mit Licht und der verträumten Musik von Alexandre Desplat erschafft del Toro eine in sich geschlossene magische und fast surreale Welt, in der das Monster beim Zuschauer Vertrauen und Sympathie weckt. Und in der der Mensch selbst das Monster ist. Mit SHAPE OF WATER - DAS FLÜSTERN DES WASSERS hat Guillermo del Toro ein Werk kreiert, das so stark, kraftvoll und inspirierend ist wie das Kino selbst. Pure, märchenhafte Filmkunst.

Jurybegründung:

Guillermo del Toro zeigt sich mit SHAPE OF WATER - DAS FLÜSTERN DES WASSERS wieder einmal als Meistererzähler des großen Kinos. Die Geschichte spielt mitten im Kalten Krieg, 1962 in Baltimore. In einem geheimen Regierungslaboratorium wird eine menschlich-amphibische Kreatur gefangen gehalten, die zu Militärzwecken ausgebeutet werden soll und hinter der auch die Russen her sind. Zwischen der stummen Putzfrau Elisa (Sally Hawkins) und der Kreatur (Doug Jones) entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte. Als der brutale Regierungsagent Strickland (Michael Shannon) beauftragt wird, die Kreatur zu töten, startet Elisa eine mutige Befreiungsaktion. Unterstützt wird sie dabei von ihrer Kollegin Zelda (Octavia Spencer), dem Nachbar Giles (Richard Jenkins) und dem Wissenschaftler Hoffstetler (Michael Stuhlbarg), der eigentlich ein russischer Spion ist.
SHAPE OF WATER - DAS FLÜSTERN DES WASSERS hat eine Mehrfachcodierung: Es knüpft an an die klassischen Monsterfilme, die spannenden Noir Krimis, zitiert opulente Musicals und wird zur unvergleichlichen Liebesgeschichte. Diese entwickelt ihre Kraft gerade daraus, dass die beiden Hauptdarsteller nicht miteinander sprechen können, jedenfalls nicht auf die konventionelle Art. Del Toro stellt die gängige Sichtweise auf den Kopf indem er das Monster zur heldenhaften Hauptfigur macht und die Menschen, die sich gegen die Kreatur verbünden, als die eigentlichen Kräfte des Bösen entlarvt. Die Einbeziehung von Sinnlichkeit und (verhaltener) Sexualität bildet ein Gegengewicht zur Märchenhaftigkeit und führt in die Realität des Erwachsenenlebens.
Der Film wirft auch einen nostalgischen Blick auf Hollywood: Elisas Wohnung liegt über einem prachtvollen Kinosaal, in den nur noch selten Zuschauer kommen. Stattdessen flimmern in den Wohnzimmern die alten Hollywoodmusicals auf den Fernsehschirmen. Fasziniert vom Geschehen auf der Leinwand ist nur das Monster, als es sich in den Kinosaal verirrt. In vielen Bildern werden beiläufig wunderschöne kleine Geschichten erzählt. Die Kameraarbeit (Dan Laustsen) besticht durch eine phantastische Lichtsetzung und liefert kongeniale Bilder, unter und über Wasser. Meisterlich sind Ausstattung (Paul Denham Austerberry), Schnitt (Sidney Wolinski), Kostümdesign (Luis Sequeira) und die Musik von Alexandre Desplat.
Im Zentrum des durchweg exzellenten Schauspielerensembles steht Sally Hawkins als stumme Elisa, der es gelingt, jede Stimmung ohne Worte auszudrücken. Sie und Doug Jones als Kreatur geben der Liebesbeziehung eine große Wahrhaftigkeit.
SHAPE OF WATER - DAS FLÜSTERN DES WASSERS zeigt kunstvoll und bildgewaltig Gut und Böse, Unschuld und Bedrohung, Vergangenes und Zukünftiges, Schönheit und Monstrosität. Del Toro selbst sagt dazu: "Ich mache gerne Filme, die befreiende Wirkung haben, die aussagen, dass man okay ist genauso wie man ist. Und das, scheint mir, ist gerade in der heutigen Zeit sehr wichtig." Die Jury war begeistert und vergibt einstimmig das Prädikat "besonders wertvoll".
Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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Originaltitel The Shape of Water
OV Ja
OmU Ja
Genre Fantasy / Drama
Filmpreis -
USA-Start 01.12.2017
Kinostart (D) 15.02.2018
Besucher (D) -
Einspielergebnis (D) -
FSK ab 16 Jahre
WWW -
Cast & Crew in Shape of Water - Das Flüstern des Wassers
Regisseur Guillermo Del Toro Künstlerporträt 924537 Del Toro, Guillermo / 68. Internationale Filmfestspiele von Cannes 2015 / Festival de Cannes Regisseur © Kurt Krieger
Darsteller Sally Hawkins Künstlerporträt 904581 Hawkins, Sally / Premiere Elisa Esposito © Kurt Krieger
Darsteller Michael Shannon Künstlerporträt 873210 Shannon, Michael / 71. Internationale Filmfestspiele Venedig 2014 / Mostra Internazionale d'Arte Cinematografica Richard Strickland © Kurt Krieger
Darsteller Richard Jenkins Filmbild 738570 Killing Them Softly / Richard Jenkins Giles © Wild Bunch (Central)
Darsteller Octavia Spencer Künstlerporträt 844601 Spencer, Octavia / Film Independent Spirit Awards 2014 Darsteller © Kurt Krieger
Darsteller Michael Stuhlbarg Darsteller
Darsteller Doug Jones Darsteller
Darsteller David Hewlett Darsteller
Darsteller Nick Searcy Darsteller
Drehbuch Guillermo Del Toro Künstlerporträt 924537 Del Toro, Guillermo / 68. Internationale Filmfestspiele von Cannes 2015 / Festival de Cannes Drehbuch © Kurt Krieger
Weitere Darsteller
Drehbuch
Produzent
Produktionsleitung
Ausf. Produzent
Produktionsdesign
Kamera
Schnitt
Musik
Kostüme
Casting
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