Veröffentlicht am 20.09.2018
Power to the Children - Kinder an die Macht Deutschland 2018
Power to the Children - Kinder an die Macht Kinostart 20.09.2018, Deutschland 2018
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Power to the Children - Kinder an die Macht - Filmplakat
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Filmkritik zu Power to the Children - Kinder an die Macht

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Filmhandlung & Hintergrund zu Power to the Children - Kinder an die Macht

Prädikat besonders wertvoll

Auszeichnung der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW)
Prädikat: Besonders wertvollBerührender Dokumentarfilm für Kinder über Kinderparlamente in Indien, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Situation in ihrer Heimat für Kinder mit eindrucksvollen Projekten und Aktionen zu verbessern.

Sri Priya, Shaktivel und Swarna Lakshmi sind 14 und 15 Jahre alt und doch sind sie schon jetzt Minister in einem Kinderparlament in Indien. In vielen Dörfern gibt es solche Kinderparlamente, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, das Leben für Kinder zu verbessern, wo immer dies möglich ist. Die Filmemacherin Anna Kersting hat die drei Heranwachsenden und ihre Kinderparlamente besucht und erzählt in POWER TO THE CHILDREN - KINDER AN DIE MACHT aus der Perspektive der jugendlichen Protagonisten von ihren Träumen, Zielen und Aktionen. Denn während sich die Einen auf die Erhaltung und den Schutz der Umwelt konzentrieren, ist für Shaktivel und seine Parlamentskollegen das Wichtigste, die Erwachsenen und die Machthaber auf ein großes aktuelles gesellschaftliches Problem aufmerksam zu machen: die immer stärker um sich greifende Alkoholsucht der Väter, die die Männer dazu bringt, Frauen und Kinder zu schlagen, und die Mütter zum Selbstmord treibt. Die Leidtragenden dieser schlimmen Umstände sind nicht zuletzt die Kinder, deren Schulausbildung unter den schwierigen Familienverhältnissen leidet. Anna Kersting lässt sich ganz auf die Jugendlichen ein, die gegenüber dem Filmteam ein großes Vertrauen aufbauen und so die Nähe zulassen, die es braucht, um die Schicksale zu beleuchten. Sehr nüchtern erzählen die Protagonisten von ihrem Alltag - und doch spürt man, wie sehr sie unter den schwierigen Umständen leiden und wie entschlossen sie sind, diese zu ändern. Als Zuschauer kann man nur Bewunderung für die jungen Helden empfinden, die ihrer Gesellschaft mit bestem Beispiel vorangehen und zeigen, was es heißt, Verantwortung für die eigene Situation zu übernehmen. POWER TO THE CHILDREN ist ein wichtiger und inspirierender Dokumentarfilm für Kinder über Kinder, der auch als Appell an die Welt verstanden werden kann, den mutigen Kindern Indiens nachzueifern und sich für Kinderrechte einzusetzen.

Jurybegründung:

Entpolitisierung und Entsolidarisierung unter Jugendlichen zählen zu den großen, gesellschaftlichen Problemen, zumindest in Europa und großen Teilen der westlichen Welt. Indiens Kinder und Jugendliche scheinen da einen anderen Weg einzuschlagen, zumindest wenn man Anne Kerstings Dokumentation POWER TO THE CHILDREN glauben darf.

Ihr Film erzählt von den Kinderparlamenten des Subkontinents. Von der lokalen kommunalen, über die regionale bis hin zur Bundesebene sind sie zu dort finden. Ihre Aufgaben sind so vielfältig wie es auch die Probleme des Landes sind. Kersting hat drei dieser Parlamente in den Dörfern Chatti und Patti sowie der Distrikthauptstadt Pondicherry, im Südosten Indiens, besucht.

In klaren, einfachen Sätzen erzählt POWER TO THE CHILDREN von den Aktionen der Kinderparlamente an drei Standorten. Im Dorf Chatti agieren die Kinder als Umweltaktivisten. Demonstration gegen Plastik, Müll- und Baumpflanzaktionen inklusive. In Patti erfahren die Zuschauer vom Kampf der Kinder gegen Alkohol und Gewalt in der Familie und in Pondicherry begibt sich der Film auf die Spuren der erblindeten, 15jährigen Swarna Lakhsmi, die sich als Kinderpremierministerin für ganz Indien als kluge Ratgeberin erweist und schließlich vor den Vereinten Nationen in New York eine Rede hält.

Trotz herausragender Akteure und berührender Bilder erscheinen der Jury 90 Minuten Lauflänge, für eine offensichtlich auch an Kinder gerichtete Dokumentation, ein wenig lang. Andererseits hätte sie selbst dem Film gerne noch länger zugeschaut. Anne Kerstings POWER TO THE CHILDREN geizt weder mit Informationen noch mit reizvollen Bildern. Letzteres wirkt sich auf visueller Ebene positiv aus, ersteres aber überfordert nach Ansicht der Jury die Zuschauer zunächst.

Gerade zu Beginn ihrer Dokumentation konfrontiert Kersting die Zuschauer mit einer solchen Fülle an Gesichtern, Geschichten und Fakten, dass die Jury einige Zeit brauchte, um das Erfahrene zu- und einordnen zu können. POWER TO THE CHILDREN präsentiert sich der Jury wie ein Langzeitprotokoll. Offensichtlich hat Anne Kersting viel Zeit mit den Kindern verbracht und dadurch Vertrauen gewinnen können. Anders lassen sich die intimen, feinfühligen Einblicke in Familien- und Dorfstrukturen kaum erklären. Offensichtlich aber hätte Anne Kersting auch ein wenig Beratung bei der Auswahl des vermutlich umfangreichen Materials gebrauchen können, denn nach Ansicht der Jury weist ihr Film leider auch Längen auf und erscheint in einigen Sequenzen bedauerlicherweise unnötig redundant und manchmal auch inszeniert.

Nichtsdestotrotz ist POWER TO THE CHILDREN ein berührendes Dokument über das Leben von Kindern und Jugendlichen auf dem indischen Subkontinent. Ein Film, der bewegt und hoffentlich auch bewegen kann - hierzulande und auch in Indien. Nach ausgiebiger Diskussion hat die Jury beschlossen, dem Film aufgrund seiner unbestrittenen Stärken und seiner hohen gesellschaftlichen Relevanz das höchste Prädikat "besonders wertvoll" zu verleihen.

FBW-Jugend-Filmjury:

(www.jugend-filmjury.com)

In dem Film POWERT TO THE CHILDREN geht es um die Kinderparlamente aus Indien. Sie kümmern sich um Themen wie z.B. Alkoholsucht in den Familien, Ausgrenzung von Behinderten und Umweltverschmutzung. Die Kinder organisieren regelmäßig Treffen, bei denen sie besprechen, wie diese Probleme gelöst werden können. Dabei arbeiten sie nicht nur für ihr Dorf, sondern denken darüber hinaus an ganz Indien und fordern ein Weltkinderparlament. Der Film vermittelt einem, dass man für eine schöne Welt kämpfen muss. Auf beeindruckende Art und Weise zeigt er uns, wie Kinder in Indien ihr Leben selber in die Hand nehmen müssen. Der Film ist sehr einfach gehalten, was ihm einen eigenen Realismus verschafft. Die Geschichte ist nicht actionreich, aber trotzdem hat sie uns vom allerersten Moment an gefesselt. Der Film ist für die große Leinwand geschaffen und zusätzlich sollte man ihn sich noch mehrmals zuhause an einem regnerischen Tag anschauen. Vor allem sollten sich Politiker und Eltern diesen Film ansehen, weil er ihnen zeigt, dass die Kinder ihre eigenen Meinungen haben und diese vertreten sollten und dass es wichtig ist, ihnen zuzuhören, was sie zu sagen haben. Wir fanden vor allem die 15-jährige Swarna Lakshmi, die blind ist, sehr beeindruckend. Sie will eine normale Schule besuchen und kämpft für ihr Recht auf Inklusion. Sie steht über ihrer Behinderung und ist die Premierministerin des Kinderparlaments von ganz Indien. Wenn man bedenkt, dass dieser Film real ist, zieht die Jugendfilmjury Berlin ihren imaginären Hut vor den Kinderkollegen in Indien. Aufgrund des politisch anspruchsvollen Themas und der ernsten, berührenden Geschichten empfehlen wir den Film ab 10 Jahren. Es gibt nur eine Bedingung: Nehmt eure Eltern mit!

realistisch: 5 Sterne
politisch: 4,5 Sterne
berührend: 4 Sterne
fesselnd: 4,5 Sterne
lehrreich: 4 Sterne

Gesamtbewertung: 4 Sterne.
Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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Originaltitel Power to the Children - Kinder an die Macht
OV -
OmU -
Genre Dokumentarfilm
Filmpreis -
USA-Start -
Kinostart (D) 20.09.2018
Besucher (D) 159
Einspielergebnis (D) € 631
Bes. (EDI) 159
FSK ab 6 Jahre
WWW -
Cast & Crew in Power to the Children - Kinder an die Macht
Regisseur Anna Kersting Regisseur
Drehbuch Anna Kersting Drehbuch
Produzent
Kamera
Schnitt
Musik
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