Veröffentlicht am 25.01.2018
Nur Gott kann mich richten Deutschland 2018
Nur Gott kann mich richten Kinostart 25.01.2018, Deutschland 2018
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Nur Gott kann mich richten - Filmplakat

Düsteres Gangsterdrama um einen Haftentlassenen, der einen letzten Coup machen will.

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Bereits im Kino seit 0 1 7 Wochen Filmstart: 25.01.2018
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Filmkritik zu Nur Gott kann mich richten

Gangsterdrama um einen Haftentlassenen, der einen letzten Coup machen will.

Mit einem düsteren Gangsterdrama in der Noir-Tradition, in dem es für eine deutsche Produktion ungewohnt hart zur Sache geht, knüpft Regisseur und Drehbuchautor Özgür Yildirim an seine "Tatorte" und vor allem sein Kinodebüt "Chiko" an. Es geht um den berühmten letzten Coup, der statt alle Probleme zu lösen das Schicksal der gutmeinenden Protagonisten unausweichlich besiegelt. Hier ist es das des von Moritz Bleibtreu gespielten Ricky, der nach seiner Haft für einen missglückten Überfall, bei dem sein jüngerer Bruder Rafael schwer verletzt wurde und der in all seiner Härte den Film in medias res eröffnet, ein neues Leben im Ausland beginnen will. Doch dazu fehlt ihm das nötige Geld. Er lässt sich von seinem Kumpel Latif (Kida Khodr Ramadan aus "4 Blocks" in bewährter Rolle) zu einem angeblich ganz einfachen Coup überreden. Latif fällt aus und Ricky muss Rafael (Edin Hasanovic) bitten, einzuspringen. Die beiden verlieren die Drogen, die sie den Albanern übergeben sollten. Und die lassen nicht mit sich spaßen... Zum Personal gehört auch eine taffe, aber verzweifelte Polizistin (Birgit Minichmayr), eine patente Pole-Tänzerin (Franziska Wulf) und der halbdemente Vater der Brüder (Peter Simonischek).

Yildirim, der auch das Drehbuch schrieb, baut seine Figurenkonstellation sorgfältig auf, skizziert die Hintergründe seiner Figuren gerade genug, um deren Motivation für den Zuschauer nachvollziehbar zu machen. Er lässt die Handlungsfäden geschickt parallel laufen bevor sie sich kreuzen und wieder kreuzen. Der ausgesprochen gut besetzte und auch engagiert gespielte, bittere Drama-Thriller-Mix entwickelt so zunehmend Wucht, ja gerät zur Tragödie, in deren Verlauf zahlreiche Schicksalsfäden reißen werden. Yildirim beherrscht das Spiel mit den Genreversatzstücke, zeigt die Gewalt realistisch, aber trocken und demonstriert in seinem u.a. in Frankfurt am Main und Offenbach gedrehten Film auch Gespür für Milieu und Sprache seiner Protagonisten. Perfekt passt der Soundtrack mit deutschem Gangsterrap. Bleibtreu, der bereits in Yildirims "Chiko" spielte, gibt mit diesem gelungenen Genrestück sein Debüt als Produzent. Es wurde mit dem Hessischen Filmpreis als Bester Spielfilm prämiert und beim Filmfestival in Zürich präsentiert. hai.

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Filmhandlung & Hintergrund zu Nur Gott kann mich richten

Ganove Ricky kommt nach einem missglückten Überfall, bei dem sein jüngerer Bruder Rafael schwer verletzt wurde, nach fünf Jahren aus dem Gefängnis. Er will ein neues Leben im Ausland beginnen. Doch dazu fehlt ihm das nötige Geld. Also lässt er sich von seinem Kumpel Latif zu einem angeblich einfachen Coup überreden. Doch Latif fällt aus und Ricky muss Rafael bitten, einzuspringen. Doch die beiden verlieren die Drogen, die sie den Albanern übergeben sollen. Und die lassen nicht mit sich spaßen.



Prädikat besonders wertvoll

Auszeichnung der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW)
Prädikat: Besonders wertvollMitreißendes Rachedrama mit Moritz Bleibtreu, der zusammen mit seinem kleinen Bruder ein letztes Drogengeschäft abwickeln möchte und dadurch eine Spirale der Gewalt auslöst.

Es ist fünf Jahre her. Damals hat Ricky nach einem missglückten Raubüberfall für seinen Bruder Rafael und seinen Kumpel Latif den Kopf hingehalten und ging ins Gefängnis. Nun ist er wieder draußen und besucht seinen Vater in Frankfurt. Als er Latif begegnet, schlägt dieser ihm ein bombensicheres Geschäft vor. Ein Drogendeal - ohne Waffen, ohne Komplikationen. Ricky willigt ein, denn er braucht das Geld, um sich eine neue Existenz aufbauen zu können. Doch sein kleiner Bruder Rafael zögert. Denn er führt bereits ein anderes Leben, mit festem Job und einer verständnisvollen Verlobten. Als Ricky und Rafael dann auch noch die Tasche mit den Drogen verlieren, steuert alles auf eine Katastrophe zu. Denn gefunden wird die Tasche von der engagierten Polizistin Diane, die ihre eigenen Probleme hat und noch nicht ahnt, wie sehr auch ihr Verhalten diesen Kreislauf von Gewalt, Macht und Rache vorantreiben wird. Nicht nur die Besetzung des Films NUR GOTT KANN MICH RICHTEN, dem zweiten Spielfilm von Özgür Yildirim, ist hochklassig. Auch die Entwicklung der Figuren und eine perfekt ausbalancierte Dramaturgie, die konsequent auf Hochspannung setzt, überzeugt von der ersten bis zur letzten Minute und erschafft Genrekino, das man gesehen haben muss. Edin Hasanovic und Kida Khodr Ramadan gelingt es eindrucksvoll, ihre Rollen als Rafael und Latif mit Ambivalenz sowohl empathisch und verletzlich als auch hart und brüchig darzustellen. Birgit Minichmayr verkörpert glaubhaft Diane als stille, in sich gekehrte Figur, in deren Gesicht sich ein intensiver innerer Kampf zwischen integrer professioneller Kontrolle und der Verzweiflung einer liebenden Mutter, die nach einer Möglichkeit sucht, ihrem kranken Kind zu helfen, abzeichnet. Und Moritz Bleibtreu verkörpert Ricky mit einer so eindringlichen physischen Präsenz, dass man als Zuschauer gar nicht anders kann, als seiner Figur mit einer Mischung aus Empathie und Distanz zu folgen. Eine zusätzliche Ambivalenz erhält sein Charakter durch die komplizierte Beziehung zu seinem Vater, gespielt von Peter Simonischek Yildirim begleitet seine Figuren mit einer dynamischen und sehr nahen Kamera in einem rauen und realistischen Frankfurter Milieu, das auch symbolisch für die Härte der Figuren steht, die in diesem meisterhaft inszenierten Rachedrama aufeinandertreffen.

Jurybegründung:

Man würde dem Film nicht gerecht werden, wenn er rein als Gangsterfilm oder Kriminalfilm abgestempelt würde.
Vielmehr ist es ein Drama um im Leben gescheiterte Menschen, die durch eine Kette von zum Teil tragischen Momenten miteinander verbunden sind und schicksalshaft in den Abgrund getrieben werden.
Da ist Ricky, der wegen eines missglückten Überfalls für seine Kumpel den Kopf hingehalten hat und nach der Verbüßung seiner Gefängnisstrafe ein neues und besseres Leben anstrebt. Anders als sein Halbbruder Rafael liebt er seinen Vater und fühlt sich für ihn verantwortlich. Rafael wiederum will mit aller Macht eine Familie aufbauen, wozu ihm aber das nötige Geld fehlt. Da ist der Besitzer einer schlecht gehenden Shisha-Bar, Latif, der seinem alten Kumpel Ricky aus schlechtem Gewissen einen Gefallen tun will. Und da ist die Polizistin Diane, die für ihr herzkrankes Kind alles zu opfern bereit ist. Und nun verknüpft sich der dramaturgische Knoten zur schicksalhaften Verkettung von tödlichen Ereignissen bis hin zum finalen Showdown.
Özgür Yildirim schuf ein klug durchdachtes vielschichtiges Drehbuch mit präzisen und milieugerechten Dialogen. Unter seiner sicheren Regie versammelte sich ein herausragender Cast, der die vorgegebenen Charaktere treffend zeichnet und schauspielerisch brillant umsetzt. An ihrer Spitze Moritz Bleibtreu und Birgit Minichmayr, die auf herausragende Weise zu überzeugen vermögen.
Die dramaturgisch bedingten zahlreichen Gewalt- und Tötungsszenen verzichten im Bild auf übertriebene Grausamkeiten. Eine sehr gute Kameraführung und Lichtgestaltung sorgen für das authentische Szenenbild, verbunden mit einem ebenso überzeugenden Sounddesign.
Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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Originaltitel Nur Gott kann mich richten
OV -
OmU -
Genre Drama / Thriller
Filmpreis -
USA-Start -
Kinostart (D) 25.01.2018
Besucher (D) 133.027
Einspielergebnis (D) € 1.129.532
Bes. (EDI) 133.027
Bes. (FFA) 132.017
FSK ab 16 Jahre
WWW -
Cast & Crew in Nur Gott kann mich richten
Regisseur Özgür Yildirim Filmbild 810846 16xDeutschland / Özgür Yildirim Regisseur © NDR/Sandra Hoever
Darsteller Moritz Bleibtreu Künstlerporträt 550214 Moritz Bleibtreu / Berlinale 2010 Ricky © Kurt Krieger
Darsteller Edin Hasanovic Rafael
Darsteller Birgit Minichmayr Künstlerporträt 797520 Birgit Minichmayr / Deutscher Filmpreis 2013 / Lola Diana © Kurt Krieger
Darsteller Kida Khodr Ramadan Filmbild 908105 Tatort: Das Muli (Rundfunk Berlin Brandenburg) / Kida Khodr Ramadan Darsteller © rbb/Frédéric Batier
Darsteller Franziska Wulf Darsteller
Darsteller Peter Simonischek Filmbild 380323 Einsatz in Hamburg: Die letzte Prüfung (ZDF) / Peter Simonischek Darsteller © ZDF
Darsteller Tim Wilde Darsteller
Darsteller Alexandra Maria Lara Künstlerporträt 717942 Alexandra Maria Lara / 65. Filmfestspiele Cannes 2012 / Festival de Cannes Darsteller © Kurt Krieger
Drehbuch Özgür Yildirim Filmbild 810846 16xDeutschland / Özgür Yildirim Drehbuch © NDR/Sandra Hoever
Weitere Darsteller
Produzent
Ausf. Produzent
Produktionsdesign
Kamera
Schnitt
Musik
Kostüme
Casting
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