Veröffentlicht am 04.05.2017
Get Out USA 2017
Get Out Kinostart 04.05.2017, USA 2017
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Get Out - Filmplakat

Brillant-verstörender Schocker über einen jungen Schwarzen, der von seiner weißen Freundin ihren Eltern vorgestellt wird.

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Filmkritik zu Get Out

Brillant-verstörender Schocker über einen jungen Schwarzen, der von seiner weißen Freundin ihren Eltern vorgestellt wird

So recht wollen sie auf den ersten Blick nicht zusammenpassen, das auf preiswert realisierte Schocker abonnierte Produktionshaus Blumhouse und der Comedian Jordan Peele, der zusammen mit seinem Partner Keegan-Michael Key in der Serie "Key & Peele" auf dem Sender Comedy Central zu Ruhm kam und sich hier in seinem selbst geschriebenen Debüt mächtig streckt: Natürlich sind die Parallelen zu Stanley Kramers Klassiker "Rat mal, wer zum Essen kommt" von 1967, der Katharine Hepburn sowie Drehbuchautor William Rose einen Oscar bescherte, unübersehbar. Aber Peele, der einen schwarzen Vater und eine weiße Mutter hat, versteht, dass er die Prämisse vom jungen Afroamerikaner, der von seiner weißen Freundin zu ihren Eltern mitgenommen wird, im Hier und Jetzt effektiv nur als Horrorfilm erzählen kann.

Denn natürlich geht es um Rassismus und die schwierige und angespannte Situation zwischen den Hautfarben, um Missverständnisse und Vorurteile. Aber die Arbeit im Genrekino ermöglicht einen gleichzeitig überspitzten wie spielerischen Umgang. Und Peele erweist sich nicht nur seinem Thema gewachsen, er beherrscht auch das Kino der Gänsehaut aus dem Effeff: Ein paar klug gesetzte Schockeffekte zum Anfang stimmen den Zuschauer ein, wenn die hübsche Rose (Allison Williams aus der Serie "Girls") ihren schwarzen Boyfriend Chris (der junge britische Schauspieler Daniel Kaluuya) zu ihren angeblich so progressiven Eltern ("Dad hätte Obama auch ein drittes Mal gewählt, wenn er gekonnt hätte") auf ein Wochenende aufs Land mitnimmt und Chris feststellen muss, dass alle Angestellten auf der Ranch auffällig unterwürfige Schwarze sind. Irgendetwas stimmt da nicht, das merkt man gleich. Nur was es ist, das verbirgt der Film sehr geschickt bis zum dritten Akt, in dem alles zuvor so clever lediglich Angedeutete und Ambivalente sich Bahn bricht in einen realen Albtraum, in dem es in guter Blumhouse-Manier richtig zur Sache geht.

Das ist dann effektiv und für das Publikum befriedigend, aber seine eigentlichen Trumpfkarten spielt "Get Out" aus, so lange man noch nicht so recht weiß, was eigentlich gespielt wird. Wenn Chris von seiner Schwiegermutter in Spe (Catherine Keener ebenso top wie ihr männliches Gegenstück, Bradley Whitford) hypnotisiert wird und sie ihm Geheimnisse und Traumata aus seiner Kindheit entlockt. Wenn sich die Anzeichen verdichten, dass etwas nicht stimmt, und unerklärliche Dinge geschehen, die womöglich real sind, sich aber vielleicht auch nur in der Fantasie von Chris abspielen. Die Auflösung ist dann fast ein bisschen zu schlicht, aber der Effektivität des für nur 4,5 Mio. Dollar entstandenen Films tut es keinen Abbruch. Auf fast schon gespenstische Weise trifft "Get Out" einen Nerv. ts.

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Filmhandlung & Hintergrund zu Get Out

Prädikat besonders wertvoll

Auszeichnung der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW)
Prädikat: Besonders wertvollAls Chris von seiner Freundin Rose gebeten wird, sie zu einem Wochenende bei ihren Eltern zu begleiten, ist der angehende Fotograf nicht wirklich begeistert. Doch Rose kann ihn beruhigen. Ihre Eltern seien super locker, liberal und aufgeschlossen - und hätten mit Sicherheit noch einmal Obama gewählt, wenn das möglich gewesen wäre. Bald schon stößt Chris jedoch im Hause der Familie Armitage auf merkwürdige Dinge. Die Hausangestellten verhalten sich mehr als seltsam. Auch die euphorische Neugier, mit der der junge Mann von den Gästen einer Dinnerparty empfangen wird, irritiert ihn. Und als dann auch noch die Mutter von Rose bei Chris eine Hypnose vorschlägt - natürlich nur, um ihn vom Rauchen abzubringen - geraten die Dinge endgültig aus den Fugen. Wenn in einem Horrorfilm jemand die warnenden Worte "Hau ab" (also "Get out") spricht, weiß der Genrekenner: Auf diesen Rat sollte man hören. Doch in GET OUT gibt es für die Warnung gleich mehrere Gründe. Denn auf geniale Weise verknüpft Jordan Peele in seinem Regiedebüt die klassischen Konventionen eines Horrorschockers mit einer hochaktuellen, politisch aufgeladenen Thematik. Als Zuschauer ahnt man von Anfang an, dass etwas nicht stimmt. Doch geschickt lässt Peele auch ihn stets nur vermuten, hält Informationen zurück, lässt Blick- und Wortwechsel doppeldeutig wirken, zeigt immer wieder neue rätselhafte Bildhinweise. So hält der Film seine packende Spannung bis hin zu einem furiosen atemlosen Finale, bei dem Peele und die Produktionsfirma Blumhouse alles auffahren, was es für ein Genrefest braucht. Daniel Kaluuya als Chris ist ein sympathischer Held, mit dem man leidet, mitfiebert und ums Überleben kämpft. Und Catherine Keener und Bradley Whitford als Eltern von Rose sind in ihrer bemüht jovialen Art sowohl seltsam bizarr als auch extrem unheimlich. Dank eines klugen Drehbuchs gelingt es Peele, vor allem in den Dialogen, eine gute Portion Humor in die Geschichte einfließen zu lassen, was nicht zuletzt durch Lil Rel Howery als Chris' bestem Freund Rod bestens funktioniert. Die Bildinszenierung ist meisterlich in Komposition, Licht- und Farbsetzung, die Musik setzt herrlich ironische Kontraste zum Geschehen. GET OUT erfüllt alles, was das Genre vorgibt. Und geht mit seinen originellen Einfällen und seiner brisanten politischen Thematik als roter Faden der Geschichte noch darüber hinaus. Ein Geniestreich.

Jurybegründung:

Seit George A. Romeros DIE NACHT DER LEBENDEN TOTEN haben Regisseure immer wieder das Genre des Horrorthrillers dafür genutzt, um Sozialkritik in populäre Narrative zu verpacken. Mit Jordan Peele hat sich nun ausgerechnet ein Comedian dieses Genre für sein Regiedebüt ausgesucht und thematisiert den zurzeit besonders sensibel brodelnden Konfliktherd des US-amerikanischen Rassismus auf äußerst kluge und konsequente Weise. Schon die erste Szene, klassisch als Prolog konzipiert, spielt auf bitterbös-ironische Art mit rassistischen Klischees: Ein junger Schwarzer bewegt sich nachts durch eine piekfeine Weißensiedlung. Immer wieder schaut er sich ängstlich um, ihm ist die Gegend eindeutig unheimlich, und so spricht er sich immer wieder Mut zu, bis er plötzlich wirklich überfallen wird. Der Prolog stellt als erzählerischer Vorausblick eine simple, aber wirksame Umkehr des "weißen" Erzählmusters dar, das Gefahr und Spannung für gewöhnlich aus der Tatsache bezieht, dass ein Weißer nachts allein durch ein Schwarzenviertel geht und nicht anders herum. Sehr geschickt spielt Regisseur und Autor Jordan Peele auch in der Folge mit einer ganzen Reihe ähnlicher Klischees und Vorurteile und verwebt sie in das genretypische Erzählmuster. Sei es die Pervertierung des Rassisten-Ideals vom schwarzen Körper und weißem Hirn, sei es die Ironisierung der "White-Trash-Kultur"" durch die Milch trinkende und den "Dirty Dancing"-Soundtrack hörende weiße Freundin des Protagonisten oder sei es der Einsturz der liberalen Fassade eines gutbürgerlichen weißen Obama-Wählers: GET OUT konstituiert eine Welt, unter deren scheinbar vorurteilsfreien Oberfläche das rassistische Grauen herrscht. Vor dem Hintergrund dieses thematischen Diskurses bleibt die reine Ebene des Horrorthrillers unberührt, der Film unterhält und bewahrt sich trotzdem seine gesellschaftliche Relevanz - ein Resultat, das die Jury gerade für ein Regiedebüt als bemerkenswert einstuft. Die Anforderungen an das Genre sind auch handwerklich sehr gut erfüllt: Kamera und Schnitt helfen, beklemmende Atmosphäre und Schreckmomente adäquat zu setzen, die Effekte stimmen, und die Schauspieler erzeugen erfolgreich jene Verunsicherung, die von den Figuren ausgehen soll. In der Summe ist den Machern ein intelligenter Genrefilm gelungen, der - das möchte die Jury gerne hervorheben - vom deutschen Verleih zudem sehr überzeugend synchronisiert wurde.
Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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Originaltitel Get Out
OV Ja
OmU Ja
Genre Thriller / Horror
Filmpreis -
USA-Start 24.02.2017
Kinostart (D) 04.05.2017
Besucher (D) 520.657
Einspielergebnis (D) € 4.442.487
Bes. (EDI) 520.657
FSK ab 16 Jahre
WWW -
Cast & Crew in Get Out
Regisseur Jordan Peele Regisseur
Darsteller Daniel Kaluuya Darsteller
Darsteller Allison Williams Künstlerporträt 774821 Allison Williams / 85th Academy Awards 2013 / Oscar 2013 Darsteller © Kurt Krieger
Darsteller Catherine Keener Künstlerporträt 621704 Catherine Keener Darsteller © Kurt Krieger
Darsteller Bradley Whitford Filmbild 874163 Trophy Wife / Bradley Whitford Darsteller © ORF/Disney/Danny Feld
Darsteller Caleb Landry Jones Darsteller
Darsteller Marcus Henderson Darsteller
Darsteller Betty Gabriel Darsteller
Darsteller Keith Stanfield Darsteller
Drehbuch Jordan Peele Drehbuch
Weitere Darsteller
Produzent
Ausf. Produzent
Produktionsdesign
Kamera
Schnitt
Musik
Kostüme
Casting
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