Veröffentlicht am 04.01.2018
Die Spur Pokot, Polen/Deutschland/Schweden/Tschechien 2017
Die Spur Pokot, Kinostart 04.01.2018, Polen/Deutschland/Schweden/Tschechien 2017
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Die Spur - Filmplakat

Drama, das Gesellschaftsdrama, Ökothriller, Tierhorror und Kleinstadtsatire mixt.

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Bereits im Kino seit 1 7 Tagen Filmstart: 04.01.2018
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Filmkritik zu Die Spur

In "Pokot/Spoor" mixen die dreifach Oscar-nominierte Regieveteranin Agnieszka Holland und ihre Koregisseurin Kasia Adamik gekonnt Genres und wurden dafür bei der Berlinale mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet.

Der von Heimatfilm koproduzierte Film beginnt mit einem dramatisch-tragenden Ton, wechselt unvermittelt bis er er sich wieder ändert. Und der Zuschauer geht bereitwillig, ja mit Vergnügen mit und mutmaßt, wie es wohl weitergehen mag in der Geschichte um mysteriöse Todesfälle in einer polnischen Kleinstadt. Hier trifft Gesellschaftsdrama auf Tierhorror, Kleinstadtgroteske, schwarze Komödie, Krimi und Ökothriller. Im Zentrum des wilden Genremix steht die nette, ältere Frau Duszejko - und Wild. Eigentlich pensioniert, arbeitet sie in Teilzeit als Englischlehrerin. Sie ist Hobbyastrologin, aber zu allererst eine vehemente Tierschützerin, der es das Herz bricht, wenn sie sieht, wie fast alle Männer aus dem Ort inklusive dem Pfarrer der Jagd frönen - und das obwohl sie Wilderei schon zig Mal angezeigt hat und dabei auch schon mal blutige Beweise vorlegt.

Der Jagdkalender - an welchem Monat welches Wild gejagt werden darf - sorgt für die Kapiteleinteilung des Filmes nach einem Roman der preisgekrönten Autorin Olga Tokarczuk, die mit Holland auch das Drehbuch schrieb. Zum teils skurrilen Personal gehören die Hure mit Herz, ein netter Nachbar, ein von Epilepsie geplagtes Computergenie, ein tschechischer Insektenforscher, der Bürgermeister, der Polizeichef und ein Zuhälter und Tierquäler in Personalunion. Von einigen der Figuren lässt der Film Erinnerungsfetzen aufblitzen von schrecklicher, traumatischer Kindheit, die falsche Fährten legen und nicht nur ihre Geschichte, sondern auch die Polens mit erzählt. Fährten legen ist Programm in diesem düster-heiteren Genrespiel auf Jägerlatein, in dem Jäger und Gejagte die Rollen zu wechseln scheinen. hai.

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Filmhandlung & Hintergrund zu Die Spur

Die ehemalige Ingenieurin Janina Duszejko lebt zurückgezogen auf ihrem Hof mit ihren Hunden. Sie wird von ihren Schülern geliebt und von Beamten und etlichen Bewohnern ihres Heimatort an der polnisch-tschechischen Grenze gehasst. Denn die Hobby-Astrologin und strikte Vegetarierin ist hartnäckig und rabiat in ihrem Kampf gegen Tierquälerei und die Jagd, die als Volkssport betrieben wird. Eines Tages findet sie die Leiche eines Nachbarn. Bald gibt es weitere Tote.



Prädikat besonders wertvoll

Auszeichnung der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW)
Prädikat: Besonders wertvollJanina Duszejko lebt mit ihren Hunden zufrieden in einem kleinen Haus im Wald am Rande der Stadt. Seitdem sie als Lehrerin pensioniert wurde, meidet sie die Menschen. Die Gemeinschaft mit den Tieren und der Natur, die sie über alles liebt, ist ihr mehr als genug. Doch eines Tages sind die Hunde wie vom Erdboden verschluckt und Janina Duszejko beschleicht ein schlimmer Verdacht - immerhin sind in den polnischen Wäldern Wilderer unterwegs, die sich nicht an die vorgegebenen Jagdzeiten halten, was Janina ein Dorn im Auge ist. Völlig aufgebracht beschließt sie, den Kampf gegen die Wilderer aufzunehmen. Ein wahrhaftiger Kampf gegen Windmühlen, der noch dazu von mehreren mysteriösen Todesfällen unter stadtbekannten Jägern erschwert wird. Und die Leute in der Stadt beginnen sich zu fragen: Wer kann bloß ein Interesse daran haben, die Jäger aus dem Wald zu vertreiben? Außer den Tieren natürlich. Aber könnten Tiere Rache an Menschen ausüben? POKOT von Agnieszka Holland ist eine faszinierende Mischung verschiedener Genres. Dabei funktioniert der Film sowohl als sensibel und doch intensiv erzähltes Drama mit Agnieszka Mandat in der Hauptrolle als auch als spannender Kriminalfilm, an dessen Ende eine radikale und überraschende Schlusspointe steht. Beeindruckend wechselt Mandat von einem stillen, fast schon melancholischen Spiel hin zu einer bedrohlich wirkenden Raserei, die den Zuschauer in ihrer Unmittelbarkeit nicht kalt lässt. Holland gelingt es, durch immer wieder neue kleine Twists den Zuschauer wortwörtlich auf die "Spur" eines Geheimnisses zu locken und regelmäßig falsche Fährten zu legen. So entstehen über 128 Minuten keine Längen, was auch der großartigen Kameraarbeit von Jolanta Dylewska und Rafal Paradowski zu verdanken ist. Sie fangen wunderbar stimmungsvolle Bilder ein, die die polnische Landschaft im Verlauf eines Jahres- und Jagdzyklus zeigen. Eine triste Winterstimmung wird abgelöst von einer sonnendurchfluteten und sommerfrischen Landschaft, in der sich die starke und unabhängige Heldin Janina Duszejko organisch einfügt. Immer wieder sind auch Tieraufnahmen zu sehen. Diese kommentieren mal ironisch augenzwinkernd das Geschehen, wirken aber auch stets als mahnende Botschaft, die Natur zu respektieren und zu schützen. Denn am Ende - und das macht POKOT deutlich - ist man immer auch nur ein kleiner Teil von ihr. POKOT ist ein spannendes und immer wieder überraschendes filmisches Märchen mit einer starken Geschichte und einer noch stärkeren Heldin. Ein würdiger Gewinner des Silbernen Bären der Berlinale 2017.

Jurybegründung:

Agnieszka Holland erzählt hier eine sehr spannende Geschichte. Und dies nicht nur, weil sie ein Whodunit mit Ermordeten und der Suche nach dem Täter geschaffen hat, sondern auch, weil die Regisseurin zusammen mit der Autorin der Romanvorlage, die ebenfalls am Drehbuch beteiligt war, geschickt verschiedenen Genres vermischt. So hat der Film eindeutig märchenhafte Züge mit Grimm'schen Anspielungen, ist ein Ökothriller über illegales Jagen und Tierquälereien in einem kleinen Dorf an der polnisch-tschechischen Grenze und schließlich eine Detektivgeschichte mit einer exzentrischen Ermittlerin a la Miss Marple. Und weil diese Erzählformen mit ihren unterschiedlichen Konventionen hier nahtlos ineinander verwoben sind, wird der Zuschauer bei jeder Szene neu überrascht. Es gelingt Holland auch, diesen Mikrokosmos eines abgelegenen Bergdorfes sehr glaubwürdig und intensiv lebendig werden zu lassen. Und als eine Fährte zeigt sie immer kurze Aufnahmen von den Blicken der gejagten und gequälten Tiere, die bewusst die Jäger zu beobachten scheinen, sodass es durchaus möglich sein könnte, dass sie endlich Rache an den Menschen nehmen. Die Heldin Duszejko ist eine Intellektuelle, die sich nach ihrer Pensionierung in das Dorf zurückgezogen hat und dagegen protestiert, wie dort mit den Tieren umgegangen wird. Als Astrologin und Vegetarierin wird sie von niemandem ernst genommen, doch der Film zeichnet sie als eine kluge, leidenschaftliche Heldin, deren esoterische Sicht auf die Welt aber auch irritiert. So weiß der Zuschauer bis zum letzten Akt nicht, was er von dieser Protagonistin halten soll und auch das erhöht die Spannung des Films. In ihm werden wichtige Fragen darüber behandelt, wie die Menschen mit den Tieren umgehen, ob sie sie sich, wie es in der Bibel steht, zu Untertan machen sollen, oder ob das massenhafte Schlachten ein Frevel gegen die Natur ist. Holland lässt sich auch hier nicht in die Karten sehen, wenn Duszejko zum einen vernünftig und stichhaltig argumentiert, aber dann in eine irrationale Naturfrömmigkeit kippt. Neben der Hauptdarstellerin Agnieszka Mandat agieren auch alle anderen Schauspieler inspiriert und glaubwürdig. Die Kameraarbeit ist außergewöhnlich gut und fängt die Atmosphäre des Ortes und der Landschaft im Wechsel der Jahreszeiten gut ein. Agnieszka Holland hat hier einen im besten Sinne des Wortes merkwürdigen Film inszeniert.
Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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Originaltitel Pokot
OV -
OmU Ja
Genre Thriller / Drama
Filmpreis -
USA-Start -
Kinostart (D) 04.01.2018
Besucher (D) 9.867
Einspielergebnis (D) € 76.381
Bes. (EDI) 9.867
FSK ab 12 Jahre
WWW -
Cast & Crew in Die Spur
Regisseur Agnieszka Holland Künstlerporträt 701161 Agnieszka Holland / 84. Oscars - Foreign Language Film Award Nominees 2012 Regisseur © Kurt Krieger
Darsteller Agnieszka Mandat Darsteller
Darsteller Wiktor Zborowski Darsteller
Darsteller Jakub Gierszal Darsteller
Darsteller Patricia Volny Darsteller
Darsteller Miroslav Krobot Darsteller
Darsteller Borys Szyc Darsteller
Darsteller Tomasz Kot Darsteller
Darsteller Andrzej Grabowski Darsteller
Drehbuch Olga Tokarczuk Drehbuch
Weitere Darsteller
Regisseur
Drehbuch
Produzent
Ausf. Produzent
Buchvorlage
Produktionsdesign
Kamera
Schnitt
Kostüme
Casting
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