Veröffentlicht am 06.09.2018
Das schönste Mädchen der Welt Deutschland 2018
Das schönste Mädchen der Welt Kinostart 06.09.2018, Deutschland 2018
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Das schönste Mädchen der Welt - Filmplakat

Hinreißende romantische Komödie, die den Klassiker "Cyrano De Bergerac" als pfiffiger Highschoolspaß ins Rapmilieu verlegt.

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Filmkritik zu Das schönste Mädchen der Welt

Hinreißende romantische Komödie, die den Klassiker "Cyrano De Bergerac" als pfiffiger Highschoolspaß ins Rapmilieu verlegt.

Bescheuerte Idee eigentlich, den Klassiker "Cyrano de Bergerac" neu erzählen zu wollen. Oder? Und ihn dann nicht einfach nur ins Hier und Jetzt zu verlegen, wie das schon "Roxanne" gemacht hatte, sondern einen deutschen Highschoolfilm daraus zu machen, in dem Rap-Battles die fein gedrechselten Herzensbriefe ersetzen. Während man sich noch in Zweifel übt, wird man schon eines Besseren belehrt, gleich in der ersten Szene des Films. Denn Aron Lehmanns ("Highway to Hellas") vierter Kinofilm ist spielend die beschwingteste deutsche Schülerkomödie diesseits von Bora Dagtekin und erzählt obendrein eine Liebesgeschichte, die einem zu Herzen geht. So wie es Hollywood gelungen ist, Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung" in "10 Dinge, die ich an dir hasse" oder Hester Prynnes "Der scharlachrote Buchstabe" in "Einfach zu haben" schwungvoll und originell ins Highschoolmilieu zu verlegen und auf den heutigen Stand der Dinge zu bringen, macht Lehmann aus Edmond Rostands Theaterklassiker aus dem Jahr 1897 einen prima Mix aus "Fack Ju Göhte", "American Pie" und "8 Mile". Was zunächst einmal dem Drehbuch von Lars Kraume, das noch einmal von Lehmann und Judy Horney überarbeitet wurde, zu verdanken ist, das die für ein deutsches Skript seltene Gabe besitzt, über enormen Wortwitz und Tempo zu verfügen und mit einfachen Mitteln Figuren zu zeichnen, die man sofort mag. Und der wunderbaren Kameraarbeit von Andreas Berger mit ihren stimmungsvollen Breitwandbildern oder dem musikalischen Schnitt von Ana de Mier y Ortuno. Was heißen soll: Alle Gewerke arbeiten auf so hohem Niveau, dass ein wunderbares Fundament gelegt ist für die Schauspieler, ihren Rollen Schliff zu geben. Aaron Hilmer aus "Einsamkeit und Sex und Mitleid" spielt den Jugendlichen Cyril, dem nicht nur die außerordentliche Gabe in die Wiege gelegt wurde, Wörterkaskaden in Raps zu bilden, als wäre er Deutschlands männliche Antwort auf "Patti Cake$", sondern auch, mütterlicherseits (Anke Engelke ist eine Wucht), ein Riesenzinken, unter dem er leidet wie ein Hund, weshalb er bei Rap-Battles immer nur mit gesichtsbedeckender Maske auftritt und seine Gegenüber so alt aussehen lässt, wie es ihm im Alltag als dauergehänselter Teenager niemals möglich wäre. Auf Klassenfahrt nach Berlin stößt ein neues Mädchen zur Klasse, die wunderbare Roxy, gespielt von der ebenso wunderbaren Schweizerin Luna Wedler ("Blue My Mind"), die spielend die Entdeckung des Jahres ist: Ihre Roxy ist so souverän, wortgewandt, kess, cool und sympathisch, dass man sich als Zuschauer sofort mit Cyril Hals über Kopf in sie verliebt. Die beiden Kids haben sofort einen Draht zueinander, aber aufgrund einer Verwechslung glaubt Roxy, der zwar attraktive, aber eher einfältige Rick sei der verwegene Rapper, den sie so toll findet. Um das Mädchen seiner Träume vor dem Klassenangeber Benno zu beschützen, spielt Cyril die Charade mit und bewaffnet Rick mit seinen besten Reimen. Eins zu eins "Cyrano" also, aber eben wunderbar witzig und zeitgemäß. Und als Film so überzeugend, dass es auch egal ist, wenn das Plotting manchmal ein bisschen knarzt. Am schönsten: "Das schönste Mädchen der Welt", dem seine Musik von Expertenhand (Djorkaeff) auf den Leib geschneidert wurde, steigert sich zunehmend, und die letzte Szene ist nicht nur seine beste, sondern der Film weiß das auch. Wie schön. Mic drop. ts.

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Filmhandlung & Hintergrund zu Das schönste Mädchen der Welt

Cyril leidet unter seiner riesigen Nase. Nur bei Rap-Battles, wo er sein Gesicht hinter einer Maske verstecken kann, fühlt er sich wirklich wohl. Auf dem Weg mit seiner Klasse nach Berlin lernt er die neue Mitschülerin Roxy kennen, in die er sich sofort verliebt - aber keinerlei Chancen ausrechnet. Aufgrund eines Irrtums glaubt sie, dass der einfältige Rick der Rapper hinter der Maske ist. Und damit sie nicht den Fehler macht, auf die Anmache des Klassenangebers reinzufallen, hilft er Rick mit seinen Raps, bei Roxy zu landen.



Prädikat besonders wertvoll

Auszeichnung der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW)
Prädikat: Besonders wertvollDAS SCHÖNSTE MÄDCHEN DER WELT von Regisseur Aron Lehmann erzählt die Geschichte von Cyril, der sich in seine neue Mitschülerin Roxy verliebt - und glaubt, aufgrund seiner großen Nase keine Chance beim Mädchen seiner Träume zu haben.

Cyril ist klug, witzig und weiß mit Worten umzugehen. Eigenschaften, die ihn vom Großteil seiner Mitschüler in der Klasse unterscheiden. Doch Cyrils "hervorstechendstes" Merkmal ist seine große Nase. Die hat er von seiner Mutter geerbt - und leidet zeit seines Lebens darunter. Doch wenn sich Cyril nachts seine goldene Maske aufsetzt, um in Rap-Battles unerkannt alle Gegner nass zu machen, fühlt er sich großartig. Als er auf der Klassenfahrt nach Berlin die neue Mitschülerin Roxy kennenlernt, verliebt er sich sofort in sie. Doch Cyril glaubt, dass Roxy sich wegen seiner Nase nie für ihn interessieren würde. Ein offensichtlicheres Objekt der Begierde wäre Rick. Rick ist schön - aber auch im Denken etwas langsam. Aber wenigstens will er Roxy nicht so ausnutzen wie die anderen Jungs in der Klasse. Für Cyril ist klar: Wenn er Roxy beschützen will, muss er dafür sorgen, dass sie mit Rick und nicht mit Benno, dem Aufreißer, zusammenkommt. Wie könnte er das besser erreichen als mit der Kraft seiner Worte? Immerhin muss er ja nicht derjenige sein, der sie ausspricht... Mit DAS SCHÖNSTE MÄDCHEN DER WELT ist Aron Lehmann eine herrlich witzige Neuinterpretation des altbekannten Stoffs rund um Cyrano de Bergerac für die junge Zielgruppe gelungen. Die Klassengemeinschaft als Mikrokosmos, in der Cyril mit seiner Intelligenz und Eloquenz heraussticht, ist ideal gewählt. Oberflächlichkeiten, Unreife, Macho-Getue und Humor unter der Gürtellinie bilden den Hintergrund für eine clever inszenierte Liebesgeschichte zweier verwandter Seelen. Sie transportiert die für die Zielgruppe wichtige Botschaft, dass es nun mal die innere Schönheit ist, die einen letzten Endes die wahre Liebe finden lässt. Neben Romantik und Humor spielt auch die Musik - ganz besonders der Rap - eine große Rolle. Aaron Hilmer beeindruckt dabei besonders, da er Cyril nicht nur wunderbar als von Minderwertigkeitskomplexen getriebenen Teenager spielt, sondern beim Rappen auch mit Charisma und Ausdruck überzeugt. Luna Wedler als Roxy ist an seiner Seite genau die richtige Partnerin - die Chemie zwischen beiden Jungdarstellern stimmt von der ersten Minute an und macht ihre gemeinsamen Szenen besonders unterhaltsam. Dasselbe gilt für Damian Hardung als Rick, der den naiven Schönling mit dem Herz am rechten Fleck überzeugend spielt. Auch die Rollen der Erwachsenen sind gut besetzt, allen voran Heike Makatsch als kratzbürstige Lehrerin sowie Anke Engelke als Cyrils liebevolle, aber zu frivolen Sprüchen neigende Mutter. Die spritzigen Dialoge sind voller Anspielungen auf die Vorlage, doch die Geschichte überzeugt ganz eigenständig im Hier und Jetzt. Die schön eingefangenen Berlinmomente, der stimmige Soundtrack mitsamt der eigens komponierten Rap-Songs sowie die Spielfreude des gesamten Ensembles einschließlich der beiden YouTube-Stars Jonas Ems und Julia Beautx machen DAS SCHÖNSTE MÄDCHEN DER WELT zur perfekten Sommerkomödie für Jung und Alt.

Jurybegründung:

Die klassischen Geschichten kann man jeder Generation neu erzählen - wenn man einen zeitgemäßen Zugang findet. Und das ist Aron Lehmann hier mit der Romanze zwischen Cyrano De Bergerac und Roxanne gut gelungen. Im Grunde war Cyrano, zumindest so wie Edmond Rostand ihn 1897 in seinem Versdrama zeigt, einer der ersten Rapper, denn er lieferte sich gereimte Wortgefechte mit seinen Widersachern. Da ist es naheliegend, dass Cyril, der Held von DAS SCHÖNSTE MÄDCHEN DER WELT Cyril ein Meister des Battle-Rap ist. Und in der Außenseiterin Roxy, die neu in seine Schulklasse kommt, findet er gleich eine Seelenverwandte. Doch wegen seiner großen Nase, für die er sich schämt und wegen der er in der Klasse verspottet wird, traut er sich nicht, ihr seine Liebe zu gestehen. Die Dramaturgie des Filmes folgt weitgehend der Vorlage: Ein einfältiger Schönling verliebt sich ebenfalls in Roxanne und für diesen formuliert Cyril dann die Briefe bzw. ganz aktuell WhatsApp-Messages, mit denen er die schöne junge Bücherleserin für sich gewinnen kann. Der altgediente Plot wird hier gekonnt in eine Coming-of-Age Geschichte eingebettet, die während einer Klassenfahrt nach Berlin spielt. Dass die Geschichte vom französischen Kadetten, der in den Krieg zieht, an eine deutsche Schule verpflanzt wird, ist da nur konsequent, denn die Schüler und Schülerinnen gewinnen und verlieren ihre Schlachten heute im Klassenzimmer. Der Film trifft glaubwürdig den Ton, der unter den Jugendlichen herrscht. Sehr angenehm ist auch, dass hier die Lehrer und Eltern nicht, wie sehr oft, als Karikaturen gezeichnet werden, die noch nie eine Email verschickt haben und auch sonst den Jugendlichen hoffnungslos unterlegen sind. Dieser andere Ansatz wird schon bei der Besetzung deutlich: Heike Makatsch kann sich gut gegen die pubertierende Schülerhorde durchsetzen (zur Not mit der Rückkopplung eines Mikrophons) und Anke Engelke ist die Mutter, der man auch zutraut, solch einen klugen, talentierten und liebenswerten Sohn wie Cyril erzogen zu haben.

Auch die Klassenfahrt wird hier als Motiv ernstgenommen: Der Film ist an Originalschauplätzen wie Museen und Clubs sowie einer Jugendherberge in Berlin gedreht worden, und vermittelt ein Gefühl dafür, was die Schüler und Lehrer während dieser Reise erleben. Da stört es dann auch nicht weiter, wenn die beiden Protagonisten in einem der Museen im Stil eines Musicals zu tanzen beginnen. Überzeugend sind schließlich auch die jungen Darsteller, wobei Aaron Hilmer besonders hervorzuheben ist, denn seine (auch sehr gut geschriebenen) Diss-Attacken wirken authentisch und können neben den Reimen seiner Konkurrenten, die zum Teil tatsächlich aus der Rap-Szene kommen, durchaus bestehen.

FBW-Jugend-Filmjury:

(www.jugend-filmjury.com)

In dem Jugendfilm DAS SCHÖNSTE MÄDCHEND DER WELT wird der Teenager Cyril wegen seiner ungewöhnlich großen Nase von seinen Mitschülern gehänselt und ausgeschlossen. Nun steht auch noch eine Klassenfahrt nach Berlin an, zu der die neue Schülerin Roxy kurzfristig dazu stößt. Durch sie erfährt Cyril zum ersten Mal richtige Freundschaft. Aber auch andere Mitschüler sind an dem "schönsten Mädchen der Welt" interessiert. In der dadurch entstehenden Problematik dreht sich alles um Freundschaft, Liebe, Unsicherheit und Eifersucht. Cyril muss in diesem Gefühlschaos seine Minderwertigkeitsgefühle überwinden und zu sich selbst stehen. Man findet sich schnell in Handlung des Films hinein, da manche Figuren durch bestehende Rollenklischees bestimmt werden. Die Hauptcharaktere zeichnen sich jedoch durch starke Persönlichkeiten und individuelle Charakterzüge aus. Die Handlung ist durch miteinander verwobene Themenfelder geprägt, wobei die Liebesgeschichte im Vordergrund steht. Daneben ist Musik ist ein handlungstragender Teil des Films. Dabei spielt vor allem Cyrils Talent und Rap eine zentrale Rolle. Durchgehend werden mit den vielen musikalischen Passagen Gefühle übermittelt und dem Zuschauer verdeutlicht. Die Zuneigung zu Roxy drückt Cyril in zahlreichen Liedern aus. Der Film überzeugt durch viel Humor, der in vielfältigen Formen vorhanden ist. So wird der Zuschauer sowohl durch die witzige Inszenierung von Figuren als auch durch Situationskomik unterhalten. Die Hauptfigur bringt dabei Schlagfertigkeit und Ironie in die Geschichte ein. Es ist ein Film, der seine Zuschauer sowohl zum Schmunzeln als auch zum lauten Lachen bringt. Es ist zu erkennen, dass der Film für Jugendliche gemacht wurde und vor allem diese Zielgruppe unterhält. Die technische Umsetzung unterstützt den Film in dieser Hinsicht. So arbeiten Bild und Ton auf eine angenehme Art und Weise zusammen und moderne Kommunikationsmittel werden optisch in den Handlungsverlauf eingebunden. Wir empfehlen den Film 13 bis 19-jährigen Jungen und Mädchen für einen Kinobesuch mit Freunden.

lustig: 4 Sterne
gefühlvoll: 4 Sterne
spannend: 4 Sterne
unterhaltsam: 5 Sterne
musikalisch: 5 Sterne

Gesamtbewertung: 4,5 Sterne.
Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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Originaltitel Das schönste Mädchen der Welt
OV -
OmU -
Genre Komödie
Filmpreis -
USA-Start -
Kinostart (D) 06.09.2018
Besucher (D) 492.440
Einspielergebnis (D) € 3.725.666
Bes. (EDI) 492.440
FSK ab 12 Jahre
WWW -
Cast & Crew in Das schönste Mädchen der Welt
Regisseur Aron Lehmann Künstlerporträt 904397 Aron Lehmann Regisseur © Peter Jeschke
Darsteller Aaron Hilmer Cyril
Darsteller Luna Wedler Künstlerporträt 984723 Wedler, Luna Sofia Roxy
Darsteller Damian Hardung Rick
Darsteller Jonas Ems Darsteller
Darsteller Julia Beautx Darsteller
Darsteller Heike Makatsch Künstlerporträt 931252 Makatsch, Heike Darsteller © Stefan Klüter
Darsteller Anke Engelke Künstlerporträt 188594 Engelke, Anke Darsteller © Sat 1
Darsteller Johannes Allmayer Darsteller
Drehbuch Lars Kraume Künstlerporträt 65467 Kraume, Lars / Regisseur Drehbuch
Weitere Darsteller
Drehbuch
Produzent
Produktionsdesign
Kamera
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